Grippe und Herzgesundheit: Mögliche Risiken und Auswirkungen der Influenza

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Die Influenza gilt vielen als lästige Winterkrankheit, die nach einigen Tagen Fieber und Husten wieder verschwindet. Doch gerade in Saisons mit hoher Viruszirkulation rückt eine andere Dimension der Erkrankung in den Fokus: die Belastung für das Herz-Kreislauf-System. Aktuelle Berichte zur Grippewelle in Deutschland zeigen, wie stark die Zahl der Infektionen ansteigt und wie häufig schwere Verläufe Kliniken beschäftigen. Parallel dazu liefern neue Forschungsdaten Hinweise darauf, über welche biologischen Mechanismen Influenzaviren das Herz tatsächlich schädigen können.

Wenn die Grippewelle rollt, steigt auch das kardiovaskuläre Risiko

In Deutschland ist die Grippewelle Anfang Februar 2026 deutlich spürbar. Nach Daten aus dem Bericht zu akuten Atemwegserkrankungen bezogen auf die Woche vom 26. Januar bis 1. Februar 2026 wurden vor allem Influenza-A-Viren nachgewiesen; hochgerechnet war von rund 7,4 Millionen akuten Atemwegserkrankungen die Rede. Auch in Kliniken spielt Influenza eine relevante Rolle: Ein beträchtlicher Anteil der neu aufgenommenen Patientinnen und Patienten wurde mit Influenza diagnostiziert. In diesem Kontext wird von Fachleuten erneut betont, dass eine Impfung selbst während laufender Saison schwere Verläufe und damit auch Folgeereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall reduzieren kann.

Wie Influenza das Herz schädigen kann

Lange war zwar epidemiologisch auffällig, dass während der Grippesaison mehr Herzinfarkte auftreten, doch die mechanistische Erklärung blieb unscharf. Neue Ergebnisse aus der Immunologie liefern nun ein konkreteres Bild: Bei schweren Influenza-A-Infektionen kann das Virus nicht nur die Atemwege betreffen, sondern auch Prozesse anstoßen, die bis ins Herz reichen. Entscheidend ist dabei weniger ein einzelnes Symptom als eine Kaskade aus Virusausbreitung, Immunzellwanderung und Entzündungsantwort.

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Ein „Trojanisches Pferd“ aus dem Immunsystem

In einer aktuellen Arbeit wird beschrieben, dass eine bestimmte Untergruppe zirkulierender myeloider Immunzellen in der Lunge infiziert werden kann und anschließend in Richtung Herz wandert. Dort trägt sie zur Virusverbreitung im Herzgewebe bei. Besonders folgenreich ist, dass diese Zellen eine starke Interferon-Antwort vom Typ I auslösen. Interferone sind zentral für die antivirale Abwehr, können aber in diesem Szenario Kollateralschäden verursachen: Herzmuskelzellen, die Kardiomyozyten, geraten unter Stress und können absterben. Das schwächt die Pumpfunktion und erhöht die Vulnerabilität für akute kardiovaskuläre Ereignisse, insbesondere bei vorbestehenden Risiken wie Bluthochdruck oder Arteriosklerose.

Entzündung, Gerinnung, Sauerstoffmangel: mehrere Belastungen gleichzeitig

Parallel zu diesen zellulären Mechanismen wirken bei Influenza weitere Faktoren zusammen, die das Herz belasten. Fieber und systemische Entzündung erhöhen den Sauerstoffbedarf; gleichzeitig kann die Lungenfunktion eingeschränkt sein, was die Sauerstoffaufnahme vermindert. Zudem verändern Entzündungsmediatoren die Gefäßfunktion und können die Gerinnungsneigung beeinflussen. In Summe entsteht eine Situation, in der instabile Plaques in den Koronararterien eher aufreißen können oder ein ohnehin geschwächtes Herz schneller dekompensiert. Das erklärt, warum schwere Influenza-Verläufe nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz in eine kritische Lage bringen können.

Ein experimenteller Therapieansatz: modifizierte mRNA gegen Herzentzündungsschäden

Besonders aufmerksam verfolgt wird ein experimenteller Ansatz, der die schädlichen Aspekte der Interferon-Typ-I-Signalkette im Herzen dämpfen soll, ohne die antivirale Schutzwirkung vollständig auszuschalten. In präklinischen Modellen und mit Bezug auf Human-Daten wurde gezeigt, dass eine modifizierte mRNA-Therapie die Marker für Herzschädigung senken und die Herzfunktion verbessern kann. Das ist noch keine klinische Standardtherapie, aber ein Hinweis darauf, dass künftige Behandlungen gezielter zwischen notwendiger Virusabwehr und entzündungsbedingtem Organschaden unterscheiden könnten.

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Fazit

Influenza ist mehr als eine Atemwegsinfektion: Während einer starken Grippesaison steigt nicht nur die Zahl der Arztbesuche und Krankenhausaufnahmen, sondern auch das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen. Neue Forschung legt nahe, dass bestimmte Immunzellen das Virus bis ins Herz tragen können und dort eine Interferon-getriebene Schädigung von Herzmuskelzellen auslösen. Zusammen mit systemischer Entzündung, veränderter Gerinnung und erhöhter Kreislaufbelastung ergibt sich ein plausibles Gesamtbild, warum die Grippe das Herz gefährden kann. Prävention bleibt zentral, während neue Therapieideen zeigen, wie sich Organfolgen möglicherweise künftig gezielter begrenzen lassen.

Quellen

Medical Xpress (09.02.2026): Why flu season can strain your heart, and what a new mRNA approach suggests
https://medicalxpress.com/news/2026-02-flu-season-strain-heart-mrna.html

Spektrum der Wissenschaft (06.02.2026): Atemwegsinfekte: Grippewelle macht Millionen Menschen krank
https://www.spektrum.de/news/atemwegsinfekte-grippewelle-macht-millionen-menschen-krank/2308717

Verfasst von Redaktion