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Der Blick in die Sterne trifft auf harte Statistik: Ausgerechnet ein Thema, das oft im Reich der Mythen verortet wird, bekommt gerade neuen Gesprächsstoff durch Forschungsergebnisse, die sich sehr nüchtern lesen. In aktuellen Meldungen wird eine Auswertung aufgegriffen, nach der der Geburtsmonat mit der Lebenserwartung zusammenhängen kann. Daraus wird in vielen Überschriften direkt ein Sternzeichen-Spin: Wer im November geboren ist, soll im Schnitt länger leben. Doch was steckt hinter dieser Erzählung, wie belastbar sind die Schlussfolgerungen – und wie passt das zu dem, was die Wissenschaft gerade sonst über Langlebigkeit diskutiert?
Studie aus Greifswald: Warum November-Geborene statistisch im Vorteil sein sollen
In der heute verbreiteten News-Welle wird eine Untersuchung der Universität Greifswald zitiert, die sich nicht mit Astrologie, sondern mit Daten zu Sterbefällen beschäftigt. Im Fokus standen mehr als sechs Millionen Todesfälle in Deutschland, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Ursache hatten. In dieser großen Datenbasis fanden die Forschenden ein Muster: Menschen, die im November geboren wurden, lebten statistisch gesehen im Mittel mehrere Monate länger als Personen, die in anderen Monaten geboren wurden. In den populären Aufbereitungen wird daraus schnell die Botschaft, dass insbesondere Skorpione und Schützen, die im November Geburtstag haben, zu den „langlebigsten“ Sternzeichen gehörten.
Geburtsmonat ist nicht Sternzeichen: Was die Daten tatsächlich messen
Die entscheidende Trennlinie verläuft zwischen Korrelation und Erklärung. Die Daten beziehen sich auf den Geburtsmonat als zeitlichen Marker für frühe Umweltbedingungen, nicht auf astrologische Eigenschaften. Als mögliche Mechanismen werden in den aktuellen Artikeln mehrere Faktoren diskutiert, die saisonal schwanken können: die Intensität von Sonnenlicht, die Versorgung der Mutter in der Schwangerschaft, Infektwellen, Temperatur- und Umweltbedingungen sowie Einflüsse auf die frühkindliche Entwicklung. Solche Hypothesen sind in der Epidemiologie plausibel, weil Schwangerschaft und frühe Kindheit sensible Phasen darstellen, in denen sich Risiken und Schutzfaktoren langfristig ausprägen können.
Gleichzeitig gilt: Ein statistischer Vorteil von einigen Monaten sagt nichts über das individuelle Schicksal aus. Er beschreibt Durchschnittsunterschiede in großen Gruppen. Zudem ist die betrachtete Datenbasis auf Herz-Kreislauf-Todesfälle fokussiert, also nicht auf „Lebenserwartung insgesamt“ im Sinne aller Todesursachen. Populäre Schlagzeilen vereinfachen hier zwangsläufig und vermischen wissenschaftliche Beobachtung mit astrologischer Deutung.
Warum solche Befunde gerade jetzt so gut „andocken“
Langlebigkeit ist aktuell auch jenseits von Horoskopen ein starkes News-Thema. Erst vor wenigen Tagen wurde beispielsweise eine neue Auswertung aufgegriffen, nach der Gene für Unterschiede in der Lebensspanne eine größere Rolle spielen könnten als lange angenommen. Berichtet wird, dass genetische Faktoren – unter bestimmten methodischen Annahmen – etwa die Hälfte der Unterschiede in der Lebensdauer zwischen Menschen erklären könnten. Gleichzeitig wird betont, dass diese Kennzahl populationsbezogen ist und sich nicht als „50 Prozent Schicksal“ für einzelne Personen missverstehen lässt. Lebensstil, soziale Bedingungen, medizinische Versorgung und Zufall bleiben wesentliche Einflussgrößen.
Genau in dieses Spannungsfeld fällt der Geburtsmonat-Befund: Er wirkt wie eine Brücke zwischen „Biologie“ und „Umwelt“ und lässt sich leicht als identitätsstiftende Story erzählen. Der Reiz entsteht aus der scheinbaren Einfachheit: ein Datum, ein Monat, eine Zuordnung. Doch seriös betrachtet ist der Geburtsmonat eher ein grober Proxy für saisonale Faktoren als ein direkter Hebel.
Von der Schlagzeile zur Einordnung: Was aus dem Trend mitgenommen werden kann
Der News-Trend zeigt vor allem, wie stark sich wissenschaftliche Ergebnisse in Lifestyle-Formate übersetzen lassen. Die zugrunde liegende Idee ist nicht völlig abwegig: Saisonale Bedingungen können Gesundheit prägen, und große Datensätze können solche Muster sichtbar machen. Problematisch wird es, wenn aus einem statistischen Signal eine deterministische Aussage gemacht wird oder wenn der Eindruck entsteht, das Sternzeichen selbst sei eine Art medizinischer Prädiktor.
Unterm Strich bleibt die robustere Botschaft eine andere: Langlebigkeit entsteht aus einem Geflecht vieler Faktoren. Ein Geburtsmonat kann in Studien Hinweise liefern, aber er ersetzt weder Prävention noch erklärt er die Vielfalt individueller Lebensläufe. Und selbst wenn November-Geborene im Mittel einen kleinen Vorteil haben sollten, ist er im Alltag weniger handlungsleitend als gut belegte Einflussgrößen wie Bewegung, Ernährung, Rauchverhalten, Stressbelastung und soziale Einbindung.
Fazit
Der aktuelle Trend rund um das „langlebigste Sternzeichen“ basiert im Kern auf einer statistischen Beobachtung zum Geburtsmonat, die in astrologischer Sprache nacherzählt wird. Als Gesprächsanlass funktioniert das hervorragend, als Gesundheitskompass taugt es nur begrenzt. Die Daten deuten darauf hin, dass frühe Entwicklungsbedingungen langfristig Spuren hinterlassen können – doch sie liefern keine einfache Schicksalsformel. Wer die Schlagzeile entzaubert, behält dennoch etwas Wertvolles: den Blick dafür, dass Langlebigkeit nicht an einem einzigen Faktor hängt, sondern an der Summe biologischer Voraussetzungen, Umweltbedingungen und dem, was sich im Leben tatsächlich beeinflussen lässt.
Quellen
https://www.harpersbazaar.de/horoskop/studie-zeigt-dieses-sternzeichen-lebt-am-laengsten
https://www.t-online.de/gesundheit/aktuelles/id_101107028/lebenserwartung-gene-haben-mehr-einfluss-als-gedacht-studie.html
